Das Wattenmeer ein UNESCO-Welterbe
Das Wattenmeer liegt im südöstlichen Teil der Nordsee in der Deutschen Bucht, es erstreckt sich auf einer Gesamtlänge von 450 km entlang der Nordseeküste vom niederländischen Den Helder bis Blåvand in Dänemark. Die Breite des Wattenmeeres variiert zwischen 6 und 40-50 km, die Gesamtfläche beträgt rund 10.000 km². Der deutsche Flächenanteil liegt bei 60 % (Niederlande 30 %, Dänemark 10 %), er beginnt bei der ostfriesischen Insel Borkum und reicht bis zum Ellenbogen auf Sylt; das gesamte Areal mit Ausnahme von wichtigen Flussmündungen (Ems, Weser, Elbe) bzw. Schifffahrtsrouten ist als Nationalpark ausgewiesen und geschützt. Aufgrund der großen internationalen Bedeutung und der immensen Artenvielfalt gehört diese einzigartige Landschaft seit dem 26. Juni 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Das Wattenmeer ist mit einem Alter von ca. 10.000 Jahren eine geologisch sehr junge Formation, es entstand während der letzten Eiszeit und bildet heute den küstennahen Meeresboden der Nordsee. Die Wattfläche wird täglich zweimal überflutet, der zeitliche Abstand zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt ungefähr 6 Stunden. Im Wattenmeer wird zwischen drei Zonen unterschieden; die sublitorale Zone liegt beständig unter Wasser, sie bildet den Übergang vom Watt zur offenen See. Die eulitorale Zone ist die eigentliche Wattfläche, sie fällt zweimal pro Tag trocken und ist Lebensraum z.B. für Muscheln und Wattwürmer; die supralitorale Zone wird nur bei extremem Hochwasser überflutet, hier können sich v.a. Salzwiesen entwickeln. Der regelmäßige Wechsel zwischen Ebbe und Flut bewirkt eine stete Änderung des Landschaftsbildes und der Lebensbedingungen für Fauna und Flora; dies ist auch der Grund, weshalb sich in den unterschiedlichen Lebensräumen (Dünen, Salzwiesen, Sandbänke, Wattflächen) eine so große Artenvielfalt entwickelt hat. Im Wattenmeer leben rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten, das Spektrum reicht von Einzellern, Algen, Pilzen und Würmern über Muscheln und Fische bis zu Vögeln und Säugetieren; etwa 1.800 Spinnen- und Insektenarten gibt es allein im Bereich der Salzwiesen. Neben den dauerhaft hier lebenden Tierarten nutzen auch sehr viele Zugvögel (z.B. Watvögel, Gänse, Enten, Möwen) das Wattenmeer als Futter- und Rastplatz auf dem Flug nach Afrika zum Überwintern; riesige Vogelschwärme mit 100.000 Tieren sind keine Seltenheit, insgesamt besuchen 10 bis 12 Millionen Zugvögel die Wattflächen an der Nordseeküste.